1928 Hernádnémeti – Montpellier 2001
Ohne Titel, 1965
92 x 92 cm,
Öl auf Leinwand
Contemporary
Galerie Paffrath
4.500€
Paul Kallos, geboren in Ungarn, begann bereit mit 10 Jahren das Malen. Kurz vor seinem Abitur wurde er zusammen mit seiner Familie 1944 nach Auschwitz deportiert. 1946 kehrte er nach Ungarn zurück und studierte bis 1949 an der Budapest School of Fine Arts. 1950, nachdem er ein Jahr in einem Flüchtlingslager in Salzburg verbrachte, ließ er sich in Paris nieder, wo er 1952 seine Frau die Künstlerin Raymonde Godin kennen lernte. 1954 schloss er seinen Vertrag mit dem Kunsthändler Pierre Loeb, der seine erste Ausstellung ein Jahr später organisierte. Gleichzeitig stellte er in der Matthiesen Gallery in London aus.
Zu Beginn seiner Zeit in Paris malte Kallos noch surrealistische Werke, ab den fünfziger Jahren schuf er abstrakte Landschaften. In den sechziger Jahren begann er Werke alter Meister zu bearbeiten, zudem schuf er von Matisse beeinflusste Werke. Anfang der siebziger Jahre wechselte er von Öl zu Acryl und brach mit seinen bisherigen Darstellungen von Landschaften und Natur. 1978 schuf er Illustrationen zu Charles Baudelaires Fleurs du Mal und beschäftigte sich bis in die achtziger Jahre weiter mit der Verarbeitung von Lyrik. In den neunziger Jahren begann eine neue Phase des Schaffens, hauptsächlich abstrakte Motive und Formen antiker Architektur, wie Säulen und Bögen, auf weißem Grund. Neben Öl arbeitete Kallos ebenso mit Pastell oder Gouache. Seinen Werken gehen meist zahlreiche Acryl- oder Aquarellstudien voraus. 1989 zeigte das Musée d’Evreux eine Retrospektive seiner Arbeiten.
Das Werk von 1965 zeigt Kallos’ Arbeit mit Abstraktion. Wo er zu Anfang des Jahrzehnts noch mit dunkleren Paletten arbeitete und Formen und Figuren erkenntlicher malte, zeigt diese Arbeit seine Entwicklung zu helleren Farben und Formen in nahezu vollkommener Unkenntlichkeit. Der Farbauftrag scheint jedoch nicht willkürlich, sondern gezielt gesetzt, mit klaren Begrenzungen.
Kallos’ Werke sind in Museen in Paris und New York vertreten sowie unter anderem in Toronto und Rio de Janeiro.
