1815 Mailand ‐ 1886 München
„Nach der Schlacht von Solferino“
33 x 51,5 cm
Öl auf Holz
Fine Art
Galerie Paffrath
4.800 €
In dem Gemälde „Nach der Schlacht von Solferino“ sucht man vergeblich nach Heldengestalten und Kampfesmut. Ein müder Trupp schleppt sich durch die nur scheinbar friedliche oberitalienische Landschaft. Links und rechts des Wegs liegen Gefallene und geborstenes Kriegsgerät. Die Häuser sind verrammelt, deren Dächer zerschossen. Auf Kameraden gestützt oder auf Wägen geworfen, versuchen Verwundete, sich zu retten. Wer sich auf die genauere Betrachtung des Gemäldes einlässt, entdeckt einen nicht enden wollenden Zug.
Tatsächlich war das Geschehen an der 15 Kilometer langen Front rasch vollkommen außer Kontrolle geraten und in unzählige Scharmützel ohne Plan und Ordnung zerfallen. Ein aufziehender Sturm erschwerte es zusätzlich, Verwundete zu bergen und zu versorgen. Henry Dunant (1828 – 1910), der als eigentlich unbeteiligter Zeuge der Schlacht versuchte, mit den Bauersfrauen eines nahegelegenen Weilers wenigstens einen notdürftigen Hilfsdienst einzurichten. Doch er verzweifelte über dem Mangel an Ärzten, Verbandmaterial und sauberem Trinkwasser. Das Erlebnis prägte ihn so tief, dass er sich sowohl für die Gründung des Roten Kreuzes wie auch für die Durchsetzung der Genfer Konventionen zur Rettung von Verwundeten einsetzte. Auch das Gemälde von Franz Adam gibt die intensive Erfahrung von Trost- und Hilflosigkeit unmittelbar nach der Schlacht von Solferino eindrucksvoll wieder.
Franz Adam galt als der begabteste Sohn des Malers Albrecht Adam. Bis zum Tod des Vater 1862 arbeitete Franz Adam mit ihm zusammen. Zusammen übernahmen sie verschiedene adelige Auftraggeber in Stuttgart, Augustenburg und Wien. 1849 nahm Adam an dem Feldzug in Oberitalien teil und wurde ein geschätzter Schlachtenmaler von Kaiser Franz Joseph, der ihn in der Folge an die Schlachtplätze des österreichischen Heeres schickte.
Auch in der berühmten Schlacht von Solferino südlich des Gardasees war er im Juni 1859 dabei. Die im Zuge des Kampfs um die italienische Unabhängigkeit ausgefochtene Schlacht galt lange als als „blutigste Schlacht seit Waterloo“. Im Juni 1859 trafen in den lieblichen Hügeln südlich des Gardasees 150.000 Soldaten des Königreichs Sardinien und des damit verbündeten Frankreichs auf ein 130.000 Mann starkes österreichisches Heer. In dessen Gefolge befand sich Franz Adam, der die hehren Taten der Armee üblicherweise in heroischen Massenszenen festhielt.