1884 Paris – 1968 Paris
„Blumenbeet“
32 x 41 cm
Öl auf Holz
Frühjahrsausstellung, Fine Art
Galerie Paffrath
8.800 €
Die am 27. Oktober 1884 in Paris geborene französische Malerin Blanche-Augustine Camus entstammte einer gebildeten Familie von Naturwissenschaftlern: Ihr Vater war der Botaniker Edmond Gustave Camus, ihre Schwester die renommierte Botanikerin Aimée Antoinette Camus. Ihre künstlerische Ausbildung erhielt sie zunächst an der Académie Julian sowie anschließend an der École des Beaux-Arts de Paris, wo sie zwischen 1902 und 1908 unter anderem bei Tony Robert-Fleury, Jules Joseph Lefebvre und Adolphe Déchenaud studierte. Stilistisch schloss sie sich dem Neoimpressionismus und Pointillismus an – einer damals von Künstlern wie Georges Seurat und Paul Signac geprägten Richtung, in der Frauen nur selten vertreten waren.
Ab 1911 stellte Camus regelmäßig im Salon des Artistes Français aus, wo sie mehrere Auszeichnungen erhielt, darunter eine Goldmedaille im Jahr 1920. Bereits 1912 wurden ihre Werke in der Pariser Galerie Georges Petit gezeigt und von der Kritik mit Begeisterung aufgenommen. 1908 ließ sie sich in Saint-Tropez nieder, wo sie fortan den Großteil ihres Lebens verbrachte und die mediterrane Landschaft zur zentralen Inspirationsquelle ihres Schaffens machte.
Die Malerei Camus’ ist geprägt von einer lichtdurchfluteten, farbintensiven Bildsprache, die vor allem Gärten, Landschaften und weibliche Figuren in heiteren Alltagsszenen zeigt. Ihre Werke zeichnen sich durch eine sensible Beobachtung von Natur, Licht und Farbe aus und verbinden die Technik des Divisionismus mit einer poetischen Auffassung des südfranzösischen Lebensgefühls. Reisen, insbesondere in die Pyrenäen und entlang der Mittelmeerküste, vertieften ihr Interesse an atmosphärischen Lichtwirkungen und prägten ihr künstlerisches Œuvre nachhaltig.
Für ihr künstlerisches Werk wurde sie 1935 zur Chevalier der Ehrenlegion ernannt. Heute befinden sich ihre Gemälde in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, darunter Museen in Besançon, Lyon, Nizza und Douai.



