Kretschmer, Carl

1769 Braunschweig ‐ 1847 Berlin
"Melancholia", 1805
93,5 x 75,5 cm
Öl auf Leinwand
Fine Art
Galerie Paffrath
48.000 €



Eine Frau stützt ihren Kopf auf eine Marmorbrüstung und schaut in den Himmel. Sie ist in ein grünes feines Tuch gehüllt, neben ihr steht ein Korb mit frischen Blumen. Ihre wilden Locken spielen um das rote Band, dass ihre Haare zusammenhält. Im Hintergrund ist eine weite Landschaft mit Bergen zu erkennen. Es handelt sich hier um die Personifikation der Melancholie - Melancholia.  Der Erfinder dieser Personifikation mit dem in die Hand gestütztem Gesicht ist Albrecht Dürer, dessen Druck „Melencolia I“ die Kunstgeschichte maßgeblich beeinflusst hat. Das Motiv steht für das Genie, das sich in einer bestimmten Gemütsverfassung befindet: Es ist willig etwas zu schaffen, aber unfähig zu handeln. Kretschmar wählt für die nachdenkende Person eine junge Frau, deren beleuchtetes Gesicht durch die wilden Locken betont wird. Die Gedanken und der innere Wille werden durch den Blick zum Ausdruck gebracht, während der Körper sich in das Tuch zurückzieht. Vermutlich wird Kretschmar eine junge Frau als Modell zur Hilfe genommen haben, falls es nicht sogar ein Porträt mit lyrischer Aufladung darstellt ist. Wer die Frau im wahren Leben war, ist leider nicht überliefert.