Adam, Franz

1815 Mailand ‐ 1886 München
"Nach der Schlacht von Solferino"
33 x 51,5 cm
Öl auf Holz
Fine Art
Galerie Paffrath
8.500 €



In dem Gemälde Nach der Schlacht von Solferino sucht man vergeblich nach Heldengestalten und Kampfesmut. Ein müder Trupp schleppt sich durch die nur scheinbar friedliche oberitalienische Landschaft. Links und rechts des Wegs liegen Gefallene und geborstenes Kriegsgerät. Die Häuser sind verrammelt, deren Dächer zerschossen. Auf Kameraden gestützt oder auf Wägen geworfen, versuchen Verwundete, sich zu retten. Wer sich auf die genauere Betrachtung des Gemäldes einlässt, entdeckt einen nicht enden wollenden Zug.
Tatsächlich war das Geschehen an der 15 Kilometer langen Front rasch vollkommen außer Kontrolle geraten und in unzählige Scharmützel ohne Plan und Ordnung zerfallen. Ein aufziehender Sturm erschwerte es zusätzlich, Verwundete zu bergen und zu versorgen. Henry Dunant (1828 – 1910), der als eigentlich unbeteiligter Zeuge der Schlacht versuchte, mit den Bauersfrauen eines nahegelegenen Weilers wenigstens einen notdürftigen Hilfsdienst einzurichten. Doch er verzweifelte über dem Mangel an Ärzten, Verbandmaterial und sauberem Trinkwasser. Das Erlebnis prägte ihn so tief, dass er sich sowohl für die Gründung des Roten Kreuzes wie auch für die Durchsetzung der Genfer Konventionen zur Rettung von Verwundeten einsetzte. Auch das Gemälde von Franz Adam gibt die intensive Erfahrung von Trost- und Hilflosigkeit unmittelbar nach der Schlacht von Solferino eindrucksvoll wieder.