Johann Wilhelm Preyer

Preyer, Johann Wilhelm

1803 Rheydt ‐ 1889 Düsseldorf

Informationen zum Künstler

Johann Wilhelm Preyer gilt heute als bedeutendster deutscher Stilllebenmaler und bester Maltechniker der Düsseldorfer Schule.

 

Ausbildung

Eine neunjährige Ausbildung an der Düsseldorfer Akademie war die Basis für seine brillante Malkultur. Sie lässt jedoch die Frage offen, wie Preyer scheinbar voraussetzungslos überhaupt zur Stilllebenmalerei finden konnte, die im Rheinland um 1820 als Bildthema nicht existierte.

 

Malerei

Die Ikonographie der untergegangenen holländischen Stilllebentradition des 17. und 18. Jahrhunderts kannte Preyer sicherlich aus Abbildungen und aus Museumsbesuchen. In seinen eigenen Werken übernahm er zwangsläufig Elemente seiner Vorgänger, übersetzt aber deren barocke Inszenierung in die Bildsprache seiner eigenen Zeit. Auf die komplizierten Gedankenspiele der Barockzeit, wie den allegorischen Sinn in der Darstellung von Vergänglichkeits- und Jenseitssymbolen, verzichtete Preyer zugunsten der unverfänglichen Freude am malerischen Bravourstück.

 

Reisen

Nach den Aufsehen erregenden Verkäufen seiner Stillleben aus seiner ersten Werkphase zwischen 1828-34, drängt es den jungen Stilllebenmaler Johann Wilhelm Preyer hinaus aus der engen Stadt Düsseldorf und weg von der Kunstakademie, an der der Direktor  Wilhelm von Schadow seiner Malerei immer noch keine Beachtung schenkt. 1835 reist Preyer nach Holland, um in den Museen die niederländische Stilllebenmalerei des Goldenen Zeitalters zu studieren. 1837 zieht es ihn zusammen mit seinem Bruder nach München. 1840 bricht Preyer zu einer Italienreise auf, in deren Verlauf zahlreiche Zeichnungen und Studien südländischer Früchte entstehen.

 

Große Erfolge

Nach München zurückgekehrt beginnt Preyer die Arbeit an größeren Formaten. Nun fand der Stilllebenmaler zu einer klaren Formensprache und technischen Meisterschaft, die ihn scheinbar spielerisch die aufwendigsten Kompositionen bewältigen lassen. Preyer ist hier auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Vermögens angekommen. Seine Gemälde traten maltechnisch in Konkurrenz zu den holländischen Vorbildern der Barockzeit. Zeitgenössische Kunstkritiker waren wiederholt bemüht, das Phänomen der Preyer’schen Stillleben in Worte zu fassen: „Seine Werke sind unübertroffen“, schreibt Friedrich von Boetticher Ende des 19. Jahrhunderts - und diese Einschätzung hat bis heute Bestand.

 

Literatur

In unserer Fachliteratur bieten wir das Werkverzeichnis "Preyer. Mit den Werkverzeichnissen der Gemälde von Johann Wilhelm und Emilie Preyer" zum Kauf an.

Kunstwerke


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