Emil Nolde

Nolde, Emil

1867 Nolde ‐ 1956 Seebüll

Informationen zum Künstler

Emil Nolde war einer der führenden Maler des Expressionismus und gehört neben August Macke und Paul Klee zu den ersten Künstlern, die im frühen 20. Jahrhundert die Aquarellmalerei wiederentdecken.

Vor allem seine ausdrucksstarke Farbwahl sowie die improvisatorische Leichtigkeit seiner Kompositionen sind kennzeichnend für seine Aquarelle. So offenbart Emil Nolde 1934: „Farbe ist Kraft. Farbe ist Leben. Nur starke Harmonien sind gewichtig“, und: „Ich liebe die Musik der Farben... Die Farben sind meine Noten, mit denen ich zu- und gegeneinander Klänge und Akkorde bilde.“

Vor allem seit 1908 widmet er sich intensiv dieser in Deutschland seit langem in Vergessenheit geratenen Technik. Kennzeichnend für seine Aquarellmalerei sind der schnelle, kontrastreiche Farbauftrag und die improvisatorische Leichtigkeit seiner Kompositionen. Ab 1913 benutzt Nolde vorwiegend das Japanpapier, das aus seine Naß-in-Naß-Technik begründet. Diese neuartige Aquarelltechnik beruhte darauf, feuchtes Japanpapier gänzlich mit verfließenden Wasserfarben zu tränken und erst in die getrockneten Blätter Konturlinien und Verstärkungen einzutragen. Die meisten Aquarelle entstehen ohne Vorzeichnung.

Jolanthe Nolde, die zweite Frau des Künstlers, schildert: „Während des Malens geht er mit seinen Aquarellen großzügig um. Er kümmert sich wenig darum, ob von seinen Pinseln Kleckse fallen. (…) Ich wunderte mich oft, wie unbekümmert er mit den nassesten Pinseln arbeitet, obgleich er bei den meist drohend hängenden Tropfen jeden Augenblick befürchten könnte, daß einer fällt. (…) Er nimmt die Gefahr in Kauf und hat dafür die Freiheit, in ungehemmten Fluß arbeiten zu können. (…) Ich habe oft gebangt um eine besonders schön geglückte Linie, in Spannung wieviel sie sich noch verändert. Er malt, das Papier saugt die Farbe auf, die Farben fließen, die Grenzen wachsen, man glaubt, die Materie mache sich selbstständig - und doch glückt ihm das Bild. Es fließt ihm einfach aus der Hand, eingerechnet alle Veränderungen, die ohne Zutun im Papier geschehen. Die Bilder ereignen sich; sie entfalten sich wie gelenkte und zugleich eigenständige Lebewesen.“

Die Anregung zu seinen ersten Blumenstillleben und Gartenbildern kam nach seinen eigenen Worten aus der Gartenanlage seiner Mutter. Nolde wuchs auf dem Landgut seiner Eltern in Norddeutschland auf. Blumen- und Gartenmotive ziehen sich fast durchgehend durch das gesamte bildnerische Werk. Überall, wo sich der Maler niederließ, legte er Gärten an. Als er 1927 seinen Wohnsitz im nordfriesischen Seebüll wählte, entwarf er sein eigenes Wohnhaus und Atelier mit Garten. „Es waren nur nackte grüne Felder um das Haus herum. Ein Stück solches Grasfeld sollte unser Garten werden. Ein hartes Beginnen, aber es musste gelingen.“
Unmittelbar vor den Gartenpflanzen sitzend, fertigte Nolde zahlreiche Aquarelle an. Der Maler beschreibt die magische Anziehungskraft als überwältigend, die die Farben und das Wachstum der Blumen und Pflanzen auf ihn ausübten.

Gerade bei der Darstellung von Pflanzen erreichte Nolde seine große gestalterische Freiheit. Das Pulsieren und Wachsen wird für den Betrachter direkt wahrnehmbar. Zunächst im heimischen Garten, später auf der einjährigen Reise in die Südsee, entdeckte Nolde immer wieder neue Facetten und eine ungebremste Faszination für die Farben, Formen und Charakteristika der Natur.

Das Werk von Emil Nolde gehört inhaltlich und stilistisch zu den besonders gefühlsgeladenen Ausprägungen des Expressionismus. Seine Kunst war von Anfang an auf Ausdruckssteigerung durch Intensivierung der Farbigkeit und Raffung der Formen ausgerichtet. Thematisch befasste sich Emil Nolde mit religiösen Darstellungen, Landschafts- und Meeresbildern mit kosmischer Naturauffassung und Figurendarstellungen, die Emil Nolde aus einer mystischen Erlebniskraft heraus gestaltete. Von besonderem Reiz sind seine Blumenaquarelle, die Aquarellfolge der "Ungemalten Bilder" und das grafische Werk.

Kunstwerke


Rote Hagebutten

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