Otto Mueller

Mueller, Otto

1874 Liebau ‐ 1930 Obernigk bei Breslau

Informationen zum Künstler

Otto Mueller wurde 1874 in Liebau im Riesengebirge geboren. Durch eine Lehre als Lithograph in Görlitz, die er 1890 begann, wurde bald sein sein künstlerisches Talent entdeckt, woraufhin er von 1894-96 die Kunstakademie in Dresden besuchen konnte. Ab 1898 setzte er sein Studium in München fort, konnte dies jedoch nicht fortführen, da ihm der Leiter der Akademie, Franz von Stuck, die Genehmigung versagte. Zurück in Dresden, lernte er seine spätere Frau Maschka Meyerhofer kennen, die sein bevorzugtes Modell wurde.
1908 zog er nach Berlin. Sein Vorbild wurden nun die Plastiken seines Künstlerfreundes Wilhelm Lehmbruck. In dieser Zeit begann er die schlanken Mädchengestalten zu malen, die für ihn heute so charakteristisch sind. Auch die Zwei Mädchen im Schilf fallen unter diese Kategorie. Sie stellen zudem ein zentrales Thema in Muellers Werk dar: die Einheit zwischen Mensch und Natur, die er durch Aktdarstellungen in Landschaften auszudrücken versuchte.
Nachdem er vergeblich versucht hatte, sich der „Berliner Secession“ anzuschließen, gründete er 1910 mit anderen abgewiesenen Künstlern die „Neue Secession“, die im Mai eine Ausstellung unter dem Motto „Zurückgewiesene der Secession Berlin 1910“ zeigte. Hierüber machte er Bekanntschaft mit den Malern der Künstlergruppe „Brücke“. Die „Brücke“-Maler wandten sich ab von der akademisch perfekten Naturwiedergabe: Sie vereinfachten die Formen und Bildflächen und deuteten das Dargestellte oft nur an. Obwohl Muellers Stil den anderen Brücke-Malern sehr ähnlich war, bevorzugte er eine gedämpfte Farbgebung von lyrisch-dekorativer Wirkung.
Er nahm an den beiden herausragenden „Brücke“-Ausstellungen dieser Zeit teil: 1910 an der in der Dresdener Galerie Arnold, 1912 in der Berliner Kunsthandlung Fritz Gurlitt. Gleichzeitig stellte er jedoch auch mit den Künstlern des „Blauen Reiters“ aus. Auch nach der Auflösung der Künstlergruppe „Brücke“ pflegte Mueller Kontakt und Freundschaft mit den ehemaligen Gruppenmitgliedern.
Nach dem Ersten Weltkrieg, den er als Soldat in Frankreich und später in Russland erlebte, wurde er 1919 als Professor an die Kunstakademie in Breslau berufen, wo er bis zu seinem Tod 1930 unterrichtete. Heute gilt Otto Mueller als einer der bedeutendsten deutschen Expressionisten.

Kunstwerke