Carl Jutz

Jutz, Carl

1830 Windschlag ‐ 1916 Pfafendorf

Informationen zum Künstler

Aus einer badischen Schuhmacherfamilie stammend erlebte Carl Jutz 1853 die Emigration aller übrigen Familienmitglieder nach Amerika. Seinem Schicksal selbst überlassen begann er seine künstlerische Ausbildung bei August Knip, einem holländischen Tiermaler. Anschließend schloss er sich 1861 dem Münchner Künstlerkreis um Anton Braith und Christian Mali an und verbrachte einige Jahre am Chiemsee. 1867 siedelte er nach Düsseldorf über und perfektionierte seinen Blick für die genaue Darstellung von Tieren, die in Düsseldorf weder Vorläufer noch Nachahmer auf vergleichbarem, malerischem Niveau hatte. Er stellte in den folgenden Jahren in Paris, Wien, Sidney und Melbourne aus.
Nicht nur als Folge dieser internationalen Ausstellungstätigkeit wurden die Gemälde von Carl Jutz in Sammlungen über die ganze Welt verstreut. Engländer und Amerikaner erwarben viele seiner Hauptwerke, deutsche Museen kauften noch zu Lebzeiten des Malers Bilder aus seinem Œuvre. In rheinischen Sammlungen "durfte ein Jutz so wenig fehlen wie ein Achenbach" bemerkte die Kölnische Zeitung 1916 in einem Nekrolog.
Im 19. Jahrhundert spezialisierten sich im deutschsprachigen Raum, wie auch schon im 17. Jahrhundert in den Niederlanden, Maler auf einzelne Tiergattungen. Da bezüglich der Naturnähe und des überzeugenden Illusionismus die Ansprüche im 19. Jahrhundert einen sehr hohen Standard erreicht hatten, war hier eine Spezialisierung unumgänglich. Jutz‘ brillante Maltechnik, seine unnachahmliche Beobachtungsgabe und Einfühlung in die Tierwelt haben seine Werke zu zeitlosen Kulturgütern werden lassen, deren Qualität sich zu allen Zeiten auch gegen Geschmacks-Schwankungen durchgesetzt hat.

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